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Schulbauernhof

Karl-Preising-Schule, Bad Arolsen (Hessen)

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Name: Karl-Preising-Schule

Telefon (Schule): 05691 / 899181

Hintergrund:

Die Karl-Preising-Schule ist eine Förderschule mit den zwei Förderschwerpunkten „Geistige Entwicklung“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“. Da das klassische Lernen im Klassenraum für viele dieser Schüler aufgrund ihrer psychosozialen Situation schwierig und mühsam ist, entstanden Überlegungen zur Schaffung eines außerschulischen Lernorts.

Entsprechend der Vorüberlegungen pachtete die Schule einen stillgelegten Bauernhof inkl. 1.500m² großer landwirtschaftlicher Fläche und unmittelbar daran angrenzenden Stallungen sowie einer Scheune. Die auf der Fläche lebenden Tiere sollten mit Übernahme des Geländes von der Schule versorgt werden.

Projektschritte und Beteiligte:

Um die vorhandenen Freiflächen auf dem Gelände nutzbar machen zu können, wurden zunächst zugewachsene Bereiche von Brennnesseln und Gestrüpp befreit. Hierbei konnten die beteiligten Schüler den Umgang mit Werkzeugen kennenlernen und Einblicke in den Beruf des Garten- und Landschaftsbauers erhalten.

Für die auf dem Hof lebenden Kaninchen legten die Schüler ein Außengehege an und bauten einen Kleintierstall für den Innenbereich als Winterquartier. Die Versorgung und Pflege der Tiere sowie das Ausmisten der Stallungen gehören nun zu den täglichen Aufgaben der Schüler, hierbei lernen sie, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen.

Zum Kennenlernen von Nahrungsmitteln und zur Nutzung einer weiteren Freifläche wurde ein Gemüsegarten angelegt, dessen Erträge nun in der Schulküche verarbeitet werden.

Aus auf der Fläche gesammelten Steinen legten die Schüler eine Feuerstelle an.  In Absprache mit dem zuständigen Forstamt wurde zusätzlich Holz gesammelt und sortiert: Größere Stücke wurden mit der Motorsäge so bearbeitet, dass sie nun als Sitzgelegenheit dienen, kleine Stücke wurden sortiert und gestapelt und dienen nun als Feuerholz.

Als Aufenthaltsraum soll künftig ein sechs Meter langer gebrauchter Bauwagen zur Verfügung stehen, der noch von den Schülern zu renovieren und einzurichten ist.

Kosten:

Für die Anschaffung verschiedener Baumaterialien, Farben, Werkzeug sowie des Bauwagens entstanden Kosten in Höhe von rund 5.000,- €. Die Übernahme der monatlichen Pachtkosten in Höhe von 650,- € für den Bauernhof nebst landwirtschaftlicher Fläche übernimmt der Schulträger.

Ausblick:

Der Schulbauernhof hilft als außerschulischer Lernort, Schüler gezielt zum Lernen zu ermutigen bzw. zu motivieren. Auch Schüler, die eine Unterrichtsteilnahme in der Vergangenheit verweigerten, konnten durch das Projekt überzeugt werden, wieder am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen. Die Tätigkeiten auf dem Schulbauernhof fördern die Schüler zudem im handwerklichen und im sozialen Bereich und fordern die Herausbildung von Schlüsselqualifikationen wie Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Die Karl-Preising-Schule plant weitere Projekte und möchte den Schulbauernhof dauerhaft als außerschulischen Lernort erhalten.