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Zerlegen von Elektroschrott in Wertstoffe als Vorstufe zur Ausbildung als Elektrofachkraft

Fritz-Walter-Schule, Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz)

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Name: Fritz-Walter-Schule, Kaiserslautern

Telefon (Schule): 0631 / 3505823

Hintergrund:

Als Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen legt die Fritz-Walter-Schule einen Schwerpunkt ihrer schulischen Arbeit auf berufsvorbereitende Maßnahmen für die Schüler der 7. bis 10. Klassen. Ziel ist es, möglichst viele der Entlassschüler in ein Ausbildungsverhältnis zu führen.

Im Rahmen der berufsvorbereitenden Maßnahmen bot die Schule bereits seit längerem Betriebspraktika in Kooperationsbetrieben an. Einer der Kooperationsbetriebe, ein Schrott- und Recyclingunternehmen, bot der Schule an, weitere Kooperationen aufzubauen, um den Ausbildungsberuf der Entsorgungsfachkraft noch interessanter für die Schüler zu machen. Gemeinsam entstand daraus die Idee, innerhalb der Schule ein Projekt zu schaffen, bei dem die Schüler unter Anleitung Elektroschrott in seine Bestandteile zerlegen und somit praktische Einblicke in die Ausbildung erhalten zu können.

Projektschritte und Beteiligte:

In einem ersten Schritt konnten Schulleitung und Geschäftsführung des Recyclingunternehmens die Stadtverwaltung als Partner gewinnen, die daraufhin Behörden, Schulen und Unternehmen im Umkreis anschrieb und darum bat, ausgediente Elektrogeräte zur Verfügung zu stellen.

Zahlreiche Unternehmen und Institutionen folgten dem Aufruf, sodass eine große Menge Elektroschrott zusammenkam, die zerlegt werden konnte. Auch langfristige Kooperationsvereinbarungen zur Abgabe von Elektroschrott an die Schule konnten getroffen werden, so dass die Zukunft des Projekts gesichert ist.

Nach der Einrichtung eines Schulsaals mit Werkbänden, Regalen, Sortiercontainern und entsprechenden Werkzeugen und dem Aufstellen von Entsorgungsfässern durch das Recyclingunternehmen, begann die Einweisung der Schüler und der begleitenden Lehrkräfte durch das Recyclingunternehmen, damit diese die einzelnen Arbeitsschritte, wie

- die Entfernung des Gehäuses,

- die Entfernung von Kabeln,

- der Ausbau von Elektromotoren und Platinen und

- das Trennen von Metallen

zukünftig eigenständig erledigen können. Die einzelnen Materialien werden anschließend von der Recyclingfirma abgeholt, die sortierten Rohstoffe gewogen und nach dem gültigen Tagespreis vergütet.

Fachlich ist das Projekt in den Physikunterricht eingebunden, in dem Unterrichtsinhalte anhand des zerlegten Elektroschrotts anschaulich gemacht werden und z.B. die Funktionsweise von Geräten erklärt werden kann. Eine weitere Einbindung erfolgt im Biologieunterricht, in dem die Wiederverwertung von Materialien thematisiert wird.

Kosten:

Für die Einrichtung des Schulsaales mit Werkbänken, Regalen, Sortiercontainern usw. entstanden Kosten in einer Gesamthöhe von
4.800,- €.

Ausblick:

Die Schüler erhalten durch das Projekt einen Einblick in das Berufsfeld der Entsorgungsfachkraft und lernen fächerübergreifend aus verschiedenen Themenbereichen. Sie finden das Auseinandernehmen von Geräten, die sie zum Teil im Alltag nutzen, spannend und interessant und sind stolz darauf, aus Schrott noch Werte zu erwirtschaften.

Es ist angedacht, eine weitere Kooperation mit der IHK aufzubauen, um den Schülern das Berufsfeld der Entsorgungsfachkraft noch näher zu bringen und interessierten Schülern eine Ausbildung in diesem Bereich zu ermöglichen.