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„Boxenstopp – Die Formel 1 der Berufsorientierung“

Regionale Schule mit Grundschule am See - Satow (Mecklenburg-Vorpommern)

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Name: Regionale Schule mit Grundschule am See

Telefon (Schule): 038295/77790

Hintergrund:

Die Umsetzung der Inklusion stellt Schulen in Deutschland immer wieder vor neue Herausforderungen. Die Regionale Schule am See war an einem Punkt angekommen, an dem die traditionelle Berufsorientierung im Bereich Inklusion nicht mehr ausreichend und zielführend war. Das neue Ziel der Schule war es, Nachwuchskräfte, denen es nicht leicht fällt, den täglichen Anforderungen gerecht zu werden, in geeignete regionale Unternehmen zu integrieren. Jeder Schüler sollte nach der 10. Klasse entweder einen Ausbildungsplatz bekommen oder auf eine weiterführende Schule wechseln.

Der Wunsch dieser Schüler war es, sich bereits während der Schulzeit in verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren. Die Regionale Schule am See wollte genau diesem Wunsch nachgehen. Deshalb hatte die Schule ein Angebot geschaffen, mit dem möglichst viele Berufsfelder abgedeckt und Interessen regionaler Unternehmen berücksichtigt werden konnten.

Daraus ergab sich das neue Konzept „Boxenstopp“, in dem jeder Schüler der Klassen 8 und 9 einmal im Monat seine Fähigkeiten und Fertigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren kann.

Projektschritte und Beteiligte:

Gemeinsam mit der Berufseinstiegsbegleitung wurde im Rahmen der Klassenleiterstunden interessierten aber auch orientierungslosen Jugendlichen das Angebot zur Teilnahme am „Boxenstopp“ unterbreitet.

Es gab acht verschiedene Stationen, von denen mindestens fünf im Verlauf eines Schuljahres von den Schülerinnen und Schülern erfolgreich absolviert werden sollten. Die Schülerinnen und Schüler erhielten nach erfolgreicher Absolvierung der Aufgaben ein Zertifikat und die Möglichkeit eines Praktikums in einem Unternehmen, mit dem ein Kooperationsvertrag bestand.

Als Berufe waren Tischler, Maler Kauffrau/-mann für Bürokommunikation, Laborant, Elektriker, Garten- und Landschaftsgestalter, Koch und Bäcker angeboten.

Jede Station bestand aus Kisten mit Aufgaben, Anleitungen, Materialien und Werkzeugen. Dabei wurden Abläufe in der Arbeitsvorbereitung, Durchführung und Auswertung bearbeitet. Zu jeder Station mussten die Schülerinnen und Schüler ein aussagekräftiges Berufsbild entwerfen.

Kosten:

Der größte Teil der finanziellen Förderung wurde für Präsentationstechnik, kleinere technische Geräte und MS-Office aufgewendet. Darüber hinaus fielen Kosten für neue Lehrmaterialien sowie Kosten für Arbeitsmaterialen der verschiedenen Berufsfelder an.

Ausblick:

Die Schülerinnen und Schüler waren mit viel Engagement bei der Arbeit an den Stationen dabei. Das Projekt wurde offen angelegt und soll nachhaltig weiter ausgebaut werden. Das bedeutet, dass andere Berufe hinzukommen können. Die Schule möchte besonders Jugendliche ansprechen, denen es im Schulalltag nicht immer leicht fällt. Ihnen eine berufliche Perspektive zu schaffen, erschien der Schule als sehr wichtig.

Es soll eine jährliche Evaluation durchgeführt und die abgeschlossenen Ausbildungsverträge dokumentiert werden. Junge Leute in der Region zu behalten, die möglichst passgenau in Unternehmen vermittelt werden können, ist ein weiteres zentrales Ziel der Schule.

Durch das Projekt „Boxenstopp“ konnten die Lehrerinnen und Lehrer individueller auf die Jugendlichen eingehen. Eine steigende Motivation für einen erfolgreichen Schulabschluss war zu erkennen und dadurch kann perspektivisch die Zahl der Ausbildungsabbrecher verringert werden.