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„Zukunftsplanung – alles nur Vision?“

Hauptschule Nord – Gütersloh (Nordrhein-Westfalen)

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Hauptschule Nord

Telefon (Schule): 05241/822981

Link zur Homepage der Schule: www.hsnord.schulen-gt.de

Hintergrund:

Das Projekt "Zukunftsplanung - alles nur Vision?" war an das in Nordrhein-Westfalen ausgelaufene Berufsorientierungsmodul "komm auf Tour" angelehnt. Der inhaltliche Schwerpunkt des Moduls, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Schülerinnen und Schülern des 7. und 8. Jahrgangs angeboten wurde, war die Berufsorientierung sowie die Lebensgestaltung nach der Schulzeit.

Anlass für die Idee und Umsetzung des Projekts "Zukunftsplanung - alles nur Vision?" war die positive Resonanz der Schülerinnen und Schüler, die an dem Modul "komm auf Tour" teilgenommen hatten.

Berufsorientierung ist eine wesentliche Säule der täglichen Arbeit an der Hauptschule Nord in Gütersloh. Neben den klassischen Unterrichtsfächern spielen der Erwerb und Ausbau verschiedener übergreifender Kompetenzen eine zentrale Rolle. Mit Hilfe des geplanten Projektes sollen diese übergreifenden Kompetenzen sowie die Berufsorientierung an der Schule gestärkt und kreativ weiterentwickelt werden.

Da ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler der Hauptschule einen Migrationshintergrund haben und/oder als geflüchtete Kinder und Jugendliche erst kurze Zeit im Land leben und die deutsche Sprache als Fremdsprache erlernen, zeigte sich die Notwendigkeit, sie auch über sprachliche Barrieren hinweg dabei zu unterstützen, für ihre individuellen Visionen Ausdruckmöglichkeiten zu finden.

Projektschritte und Beteiligte:

"Zukunftsplanung - alles nur Vision?" setzte sich aus drei Projektphasen zusammen, die nacheinander von den Schülerinnen und Schülern durchlaufen wurden. Zu Beginn des Projektes fand ein fünfwöchiges Kunstprojekt statt mit den Themenschwerpunkten: Wer bin? Wie bin ich? Was kann ich gut? Was macht mir Spaß?

Das Kunstprojekt wurde von den Kunst- und Klassenlehrern begleitet und richtete sich an die Jahrgangsstufe 7. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich dabei mit der Selbstwahrnehmung sowie der Fremdwahrnehmung auseinandersetzen.

Anschließend an das Kunstprojekt verbrachten die Schülerinnen und Schüler drei Tage bei der ash (Arbeitslosenselbsthilfe) in Gütersloh, während dessen sie sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigten: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Was sind meine Visionen? Was kann ich erreichen? Wer kann mich unterstützen? Auch hier standen die erfahrungs- und erlebnisorientierten Prozesse im Vordergrund, durch die die Schülerinnen und Schüler ermutigt wurden, ihre Stärken im Team zu erfahren und ihre Einzigartigkeit einerseits sowie ihre Bedeutung als Gruppenmitglied für das Gelingen von Teamaufgaben andererseits zu erfahren.

In der dritten und letzten Phase des Projektes entwarfen die Schülerinnen und Schüler eine Präsentation und stellten ihre Ergebnisse sowie die gewonnenen Erkenntnisse der vergangenen Wochen gestärkt durch die positiven Erfahrungen der vorangegangenen Projektteile den Eltern, Lehrern, Freunden und Mitschülerin vor.

Kosten:

Zur Umsetzung des Projektes fielen hauptsächlich Kosten für die Durchführung des Zukunftscamps an.

Ausblick:

Ein wesentliches Ziel des Projekts war es, die Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, eigene Zukunftsideen bzgl. ihrer Lebensgestaltung und beruflicher Träume zu entwickeln, diesen Ideen durch kreative Auseinandersetzung Ausdruck zu geben und sie durch die anschließende Beschäftigung mit den eigenen Wünschen und Stärken im Zukunftscamp weiter zu entwickeln.

Das Projekt bietet vielfältige Möglichkeiten, über sprachliche Barrieren hinweg den eigenen individuellen Vorstellungen Raum zu geben und sich selbst auf kreative Art verständlich mitzuteilen. Dies machte im Projekt den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern Mut und stärkte ihr Selbstvertrauen und nicht zuletzt ihren Stolz über das eigene Werk.

Dies gilt es auch weiterhin über das Projekt hinaus im Schulalltag zu stärken. Jede Schülerin und jeder Schüler wird ermutigt, dem kreativen Prozess der eigenen Zukunftsplanung einen eigenen Raum zu geben und diesen Prozess auch im Unterrichtsgeschehen angemessenen zu unterstützen.

Da die Hauptschule Nord Schwerpunktschule für Sprachförderung ist und ein Großteil der Schülerinnen und Schüler die deutsche Sprache vor Ort erlernt, liegt gerade in der kreativen, nicht auf direkte sprachliche Kommunikation ausgerichteten Beschäftigung mit den eigenen Zukunftsvorstellungen und den eigenen Stärken die Chance, allen Jugendlichen die ersten Schritte in den Prozess der Berufsorientierung, unabhängig von kulturellen, nationalen oder sprachlichen Bedingungen zu ermöglichen.