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Inklusive Lern- und Therapiewerkstatt als Erweiterung der „Werkstatt Luftschiffhafen“

Sportschule Potsdam Friedrich Ludwig Jahn - Potsdam (Brandenburg)

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Name: Sportschule Potsdam Friedrich Jahn

Telefon (Schule): 0331/2898200

Hintergrund:

Die Sportschule Potsdam ist deutschlandweit die erste Eliteschule des Sports, die sonderpädagogische Betreuung anbietet und erstmalig die Einschulung lernbehinderter Schüler an eine Sportschule und somit die Vereinbarkeit von schulischer und leistungssportlicher Perspektive ermöglicht hat. Es werden soziale Kompetenzen sowohl der behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schüler gefördert, indem der Umgang miteinander zur völligen Normalität wird.

Derzeit werden Schülerinnen und Schüler mit folgenden Förderbedarf inklusiv betreut:

- Förderschwerpunkt „körperliche und motorische Entwicklung“
- Förderschwerpunkt „Lernen“
- Förderschwerpunkt „Sprache“
- Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“

In einigen Hauptfächern ist es notwendig, die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf mit speziellem Lehrmaterial gesondert zu beschulen. Dies trifft vor allem die Fächer Mathematik und Deutsch. Dazu wurde ein Raum im Schulgebäude bereitgestellt, der jedoch auch anderweitig genutzt wird, wie beispielsweise Förderstunden, Elterngespräche, Teammeetings mit Schülern und Kollegen usw.
Aber auch Sportschülerinnen und Schüler ohne Förderbedarf sind oft durch anhaltende Teilleistungsstörungen (LRS, Rechenschwäche usw.) im schulischen Bereich beeinträchtigt. Die Sport-schule hat seit Jahren sehr vielfältige Instrumentarien der individuellen Förderung praktiziert. Je-doch muss festgestellt werden, dass sehr talentierte Sportlerinnen und Sportler mit erwähnten Störungen im kognitiven Bereich den hohen Anforderungen, die die Koordination von Schule und Sport mit sich bringt, nicht gewachsen sind.

Projektschritte und Beteiligte:

Ziele des Projekts

Es bedarf einer besonderen Ausstattung eines erweiterten Lernwerkstattbereichs zur Verbesserung der Lernsituation und des Lernklimas zur Nutzung durch diese Schülerinnen und Schüler. Durch die Gestaltung der Räumlichkeiten und deren Ausstattung muss ein pädagogisch-psychologisches Angebot möglich werden, das sich aufspannt von sonderpädagogischem Unterricht, Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Entspannungstraining, Training der Wahrnehmung und Motorik, Herausbildung spezieller Lerntechniken bis hin zur Therapie von Teilleistungsstörungen, wie LRS und Rechenschwäche.

Personelle Beteiligung

Im Zuge der Inklusion wurde es möglich, dass bereits im Schuljahr 2011/2012 eine Sonderpädago-gin und ab dem Schuljahr 2012/2013 auch eine Lehrertrainerin für paralymisches Schwimmen den Schwerpunkt der inklusiven Beschulung von behinderten Leistungsschwimmern übernehmen können. Kolleginnen bildeten sich zur Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit Lese-Rechtschreibschwäche an der Universität Potsdam fort, eine Lerntherapeutin arbeitet als Erziehe-rin des Wohnheims unserer Schule, in welchem ca. 75% unserer Schülerinnen und Schüler ihre Freizeit verbringen. Hier und im Mittagsband des Ganztagsbereiches findet Therapie und gezielter Förderunterricht nach erprobten Konzeptionen statt.

 

Projektschritte

- Ausgestaltung der Werkstatt, Wandgestaltung, gestalterische Aufarbeitung des Raumes (Infoplakate, Wandgestaltung mit Aufklärungsmaterialien zur Inklusion, Anschauungstafeln u. ä.)
- Einrichtung mit funktionellen Schulmöbeln, Lagermöglichkeiten für die speziellen Unterrichtsmaterialien (Schrank und Regale), stapelbare Stühle, flexibler Tisch z.B. 2 Trapeztische, ein Entspannungssofa
- Anschaffung der technischen Geräte: ein arbeitsfähiger Computer, mit Multifunktionsdrucker, ein Beamer, Mindstorms NXT und LEGO (ein Roboter zum Basteln mit Mathe, Logik, Elektronik-Motivieren für die MINT-Fächer sowie Training motorischer Fertigkeiten)
- Anschaffung der Unterrichts- und Therapiematerialien
- Raumnutzung für beschriebene Therapieformen

Kosten:

Der Raum wurde neu umgestaltet und es mussten verschiedene Möbel, Technische Geräte sowie Unterrichts- und Therapiematerialien angeschafft werden. Dabei konnte das Projekt mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins der Sportschule und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung rechnen.

Ausblick:

Immer mehr Schulen setzen sich mit dem Thema „Inklusion“ auseinander. Der Vorbildcharakter der Potsdamer Sportschule ist bereits jetzt spürbar. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen trägt für die zu fördernden Schülerinnen dazu bei, eine optionale Möglichkeit zum besseren Lernen und der Nutzung digitaler Medien, aber auch für Aufklärungsarbeit und zusätzliche Vernetzung mit allen Beteiligten zu schaffen.