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Willkommenskultur

"Es ist nicht wichtig, woher du kommst. Wichtig ist, was du drauf hast!"

Als während des Balkankrieges in den 90er Jahren Kriegsflüchtlinge zu ihren Verwandten in die Stadt Hamm drängten, musste sich die Karlschule als Stadtteilschule den Anforderungen der Menschen im Quartier stellen. Eine vielsprachige Lehrerin aus dem ehemaligen Jugoslawien und eine Grundschullehrerin auf Stellensuche begannen, ein Konzept für den Erwerb der deutschen Sprache als Unterrichtssprache innerhalb kürzester Zeit zu erfinden, das bis heute weiterentwickelt wird. Mit den Jahren absolvierten viele 100 Kinder aus aller Welt diesen "Crashkurs". Bis sie nach Kriegsende zurück in ihre Länder reisen mussten, konnten viele Flüchtlinge aus Jugoslawien selbst hochwertige Bildungsabschlüsse erreichen.

Wann immer es in den Folgejahren zu neuen Flucht- oder Migrations-bewegungen kam, war das Kollegium gut aufgestellt - es kamen Schülerinnen und Schüler aus Polen, ehemaligen Sowjetrepubliken, Sri Lanka, Kurdistan, Irak, Afghanistan, Iran, Ghana, Nigeria, Eritrea und nach der Osterweiterung der EU Migranten aus dem Baltikum wie Roma aus Südosteuropa. Jede Ethnie stellte uns unter neue Herausforderungen. Mit dem Unterricht in der Bildungssprache Deutsch war es nie getan: In die Schul- und Unterrichts-regeln mussten auch Genderbewusstsein, interkulturelle Sensibilität und Diversitätsbewusstsein eingehen.

Mit den Jahren bildete sich Multikulturalität auch im Kollegium ab: Mit einer Kompetenz von 15 Sprachen ließen sich auch Eltern aus aller Welt für Bildungspartnerschaften gewinnen. Kontroverse Diskussionen gehören zum Alltag. Gabriela Kreter, Rektorin der Karlschule Hamm, stellte "10 Thesen zur Willkommenskultur" vor und erläuterte die praktische Umsetzung am Beispiel einer Unterrichtsreihe zum Thema Mülltrennung. Auf der Website der Karlschule ist ein Überblick zum Konzept zu finden.

Download PDF Dateien:

"Thesen Willkommenskultur"

"Präsentation Unterrichtsplanung Mülltrennung"